Bye bye Kranzler – Hello Westberlin

Zum Jahreswechsel hat das traditionsreiche West-Berliner Kaffeehaus Kranzler geschlossen. Ich gebe zu, dass mein Interesse an der City West in den letzten Jahren nicht besonders gross war.

Irgendwo zwischen Kinosterben, billigen Ramschläden und langweiligen Modeketten sind die Gründe dafür zu finden. Die Gebäude der Nachkriegsmoderne in der Gegend um die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die für ein modernes und weltoffenes Berlin standen, wurden nach der Wende nach und nach mit unpassenden Inhalten gefüllt.

Hochhaus am Zoo Kissen 60 x 60 cm

Hochhaus am Zoo
Kissen 60 x 60 cm

Das ändert sich nun. Die Ikonen der West-Berliner Nachkriegsmoderne werden aufwändig renoviert, vom Ramsch befreit und mit neuen Nutzungen belebt.

Bikinihaus Kissen 60 x 60 cm

Bikinihaus
Kissen 60 x 60 cm

Den Anfang machte 2013 das Kino Zoopalast, es folgte die Fotogalerie C/O, die 2014 in das im Rahmen der IBA 1956/57 nach Plänen von Bruno Grimmek entstandene Amerika Haus zog. Das „Bikinhaus“ (1957, Architekten: Paul Schwebes und Hans Schoszberger), das die letzten 20 Jahre ein eher trauriges Dasein fristete, wurde umgebaut und lockt nun als „Concept Mall“ mit fantastischen Ausblicken auf den Zoologischen Garten und Hotelbar, bei der man aus dem 10. Stock den Blick über Berlin schweifen lassen kann.

Mönchwohnheim Kissen 60 x 60 cm

Mönchwohnheim
Kissen 60 x 60 cm

Grosse-Zoo2

Kissen Bilka, Bikinhaus und Zoo Hochhaus

West-4

 

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Schonungslos retro – urbanophil im Bierpinsel

Weg! Das frühere Ku-Damm-Eck von Werner Düttmann

Diese Woche war eine der Organisatorinnen der Vortragsreihe „Schonungslos retro – urbanophil im Bierpinsel“, die von urbanophil.net veranstaltet wird bei uns im Laden, um ein paar von unseren Leporellos “Hin und Weg – Berliner Nachkriegsarchitektur im Wandel der Zeit” zu erwerben.

Nun gibt es endlich einen Grund, abends nach Steglitz zu fahren und den Bierpinsel zu besuchen. Im April und Mai sollen verschiedene Veranstaltungen die Bandbreite urbaner Themen aufzeigen. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei auf dem Städtebau und der Architektur der Nachkriegsmoderne.

Am 22. April 2010 um  19 Uhr findet die nächste Veranstaltung statt, die Podiumsveranstaltung „Die Nachnachvorpostlücke: 1970er-Jahre Architektur und Städtebau“ über den Umgang und bauhistorischen Wert von Gebäuden der 1970er Jahre. Auf dem Podium diskutieren: Gabi Dolff-Bonekämper, Kunsthistorikerin und Denkmalpflegerin, TU Berlin, Friederike Meyer, Architektin und Redakteurin, Bauwelt, Rolf Rave, Architekt und Autor des Architekturführers „Bauen der 70er Jahre in Berlin“ und Georg Unger, Leiter Technik der Gesobau.