Liebe und Hass: Postmoderne Architektur in Berlin

Es passiert was in der City West – die Bautätigkeiten haben in den letzten Jahren sichtbar zugenommen, die Wolkenkratzer spriessen in die Höhe – da muss auch mal der Abrissbagger ran. An der Kantstrasse, anstelle des denkmalgeschützten Schimmelpfeng-Hauses steht nun das 118 Meter hohe Zoofenster. Im Sommer sollen die Abrissarbeiten am halbrunden Volksbank-Gebäude an der Budapester Strasse beginnen. Abriss und Neubau – ein ewiger Kreislauf in der „Stadt die immer wird und niemals ist“. Zeit für ein bisschen postmoderne 80er Jahre Westberlin Nostalgie.

Berlin City West Poster Rero

Die neue City West mit Elefantentor und Hochhäusern

Auf dem Poster: Zoologischer Garten ist im Vordergrund das 1984 wiedererrichtete Elefantentor – eines der Wahrzeichen des Zoologischen Gartens zu sehen. Im Hintergrund der Architekturzoo der City West mit Gebäuden aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Die Turm­ruine der im Zweiten Weltkrieg zerstörten neuromanischen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, der 1950er Jahre Kirchenbau von Egon Eiermann, die jüngst entstandenen Hochhäuser Zoofenster und Upper West erzählen von der bewegten Geschichte rund um den Breitscheidplatz.

Auch beim mittlerweile in die Jahre gekommenen Mathematik-Gebäude der TU mit seiner rot-blauen Glasfassade stellt sich die Frage Abriss oder Renovierung? Das verspielte Gebäude an der Strasse des 17 Juni wurde 1983 von den Architekten Barna von Sartory und Georg Kohlmaier entworfen und erzählt von Technikbegeisterung, Liebe zum Detail und einer beginnenden Ökomoderne.

Architekten Georg Kohlmaier und Barna von Sartory

Mathematikgebäude der TU Berlin, Strasse des 17. Juni

Architekten Georg Kohlmaier, Barna von Sartory

Mathematikgebäude der TU Berlin, Strasse des 17. Juni

Architektenschal kariert rot-blau-grau

Baumwollschal für Architekturfans und Mathematikliebhaber

Ein Ziel der Internationalen Bauausstellung ’87 – die unter dem Motto „Innenstadt als Wohnort“ stand – war, die Nachkriegsbrachen in Berlin-Kreuzberg zu schliessen. Die architektonischen Utopien der Moderne hatten ihr unmenschliches Gesicht gezeigt und an Glaubwürdigkeit verloren. Die Zeit für eine Rückbesinnung auf geschichtliche Vorbilder, eklektizistische Bauten und verspielte Fassaden war gekommen. Architektur sollte Geschichten erzählen, bunt war wieder schick und so manches Haus bekam ein Gesicht.

Das Gesicht des Kreuzberg-Turms (1988 von John Hejduk) mit seinen grünen, metallischen Augenbrauenmarkisen war vor einigen Jahren durch Sanierung gefährdet. Medienwirksame Petitionen von Architekten aus dem In- und Ausland, darunter prominente Vertreter wie Peter Eisenman, Daniel Libeskind, Jan Kleihues und Matthias Sauerbruch haben bewirkt, dass der Kreuzbergtower seine zeittypische Gestalt behalten hat.

IBA 87, Kreuzberg Tower

Haus mit Gesicht- Kreuzbergtower von John Hejduk

 

Oliver Elser, Kurator am Deutschen Architekturmuseum Frankfurt und Gründer der Postmodernism Appreciation Society bezeichnet die Postmoderne als „derzeit meistgehasste Epoche der Baugeschichte“. Hass, also leidenschaftliche Abneigung wird ja auch als Gegenteil von Liebe bezeichnet. Und Leidenschaft – Leidenschaft für Berlins Architektur, gerne auch mal für die gehassten Gebäude ist das Thema von s.wert und mit viel Liebe haben wir die postmoderne Architektur Berlins auf Kissen und Textilien gebracht.

WZB Berlin, Wissenschaftszentrum Berlin Gebäude

Wissenschaftszentrum Berlin, WZB, James Stirling, Michael Wilford & Associates

Gleich neben dem Shell-Haus am Landwehrkanal steht ein postmoderner Architektentraum in rosa und hellblau – das 1979–1988 vom britischen Architekten James Stirling aka „Big Jim“ errichtete WZB (Wissenschaftszetrum Berlin). Der Gebäudekomplex sorgte mit „Stoa“, „Theater“, „Campanile” und seiner bunt gestreiften Fassade schon von Beginn an für grosse Emotionen. Der Erbauer sagte dazu: „ Wir haben dem Berliner Architekturzoo ein buntes Tier hinzugefügt, vielleicht ein Zebra“ (Falk Jaeger, Zurück zu den Stilen, Seite 50)

Berlinkissen Postmoderne Architektur

Postmoderne Architektur auf Kissen

Parkhaus Bayer-Schering

Müllerstrasse 7, Berlin-Wedding

Berlin Tuch gestreift bunt

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DIY Origami Lampen Workshop

folded paper shades

Papierleuchten im s.wert Shop

Viele haben die gefalteten Lampenschirme des Künstlers MV Stein bei uns im Schaufenster bewundert und so ist die Idee entstanden, einen Workshop zu organisieren, in dem Sie die Falttechnik erlernen können.

Unter Anleitung basteln Sie mit Papier, Geodreieck und Kleber beeindruckende 3D Objekte. Schritt für Schritt führt Sie der Künstler durch den Gestaltungsprozess. Vorkenntnisse sind nicht notwendig – nur Zeit, Spaß am kreativen Austausch und etwas Geschick.

Wir bieten 2 Termine an:

Samstag:    25.03  16-19 Uhr
Donnerstag:    30.03    17-20 Uhr

Material wird gestellt    
Maximale Teilnehmerzahl: 6 Personen
Ort: s.wert  Shop, Brunnenstrasse 191
Kosten: 30 €

Bitte lassen Sie uns wissen, ob Sie an einem der Termine teilnehmen möchten und melden sich verbindlich an, damit wir planen können.

Wir freuen uns auf inspirierende Abende mit Ihnen

DIY Origami Papier Lampe falten

beeindruckende 3D Objekte basteln

Berlin DIY Workshop Papier

Schritt für Schritt – zeichnen und falten

Polygone falten

es braucht nur Zeit, Spaß am kreativen Austausch und etwas Geschick

Papierlampe gefaltet

jede Lampe ein Unikat

Berlin Friedrichshain Oberbaumbrükce Kunstdruck

Berlin Grafik Poster: modern und retro zugleich

Poster sind eine feine Sache. Mit Postern kann man in seinem Zuhause ganz unkompliziert und kostengünstig neue Akzente setzen. Kunst für den kleinen Geldbeutel sozusagen. Die Poster von s.wert zeigen Berlin und Architektur in verschiedenen Facetten. Die limitierte Serie “Berlin Vintage Travel Poster” ist von alten Reiseplakaten inspiriert und zeigt etwas speziellere Berliner Sehenswürdigkeiten wie den Teufelsberg oder die Rote Insel Schöneberg. Da schlägt das Berliner Herz höher.

Berlin Poster im Vintage Travel Poster Stil

Berlin Poster im Vintage Travel Poster Stil

Für Leute, die aus Berlin wegziehen (müssen) ist ein Poster eine schöne Möglichkeit, ein Stück Berlin in die neue Heimat mitzunehmen. Die Poster von s.wert sind in Versandröhren verpackt, so dass man sie leicht transportieren kann. Ob man sich für den poppig bunten Bierpinsel Print oder eine coole schwarzweiß Grafik mit U Bahn entscheidet, ist Geschmackssache.

Bierpinsel Poster und Eames Stuhl

Bierpinsel Poster und Eames Stuhl

 

Poster Haus der Statistik und Jannowitzbrücke von s.wert

Poster Haus der Statistik und Jannowitzbrücke von s.wert

 

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Thälmannpark: Druck am Denkmal

Seit 2014 steht der Ernst Thälmannpark unter Denkmalschutz. Zum Tag des offenen Denkmals am 12 und 13 September 2015 wird sich unter dem Titel “Druck am Denkmal” der Ästhetik, Bedeutung und Widersprüchlichkeit des Ensembles auf künstlerische Weise genähert. Auf der Wiese hinter dem Denkmal findet eine Ausstellung, Workshop und JEKAMI mit dem Siebdruckkollektiv Czentrifuga statt und mit s.wert gibt es am Sonntag eine visuelle Entdeckungsreise durch den Park. Der urbane Raum der ehemaligen sozialistischen Mustersiedlung wird am 13.09 2015 zum Ort für eine räumliche und ästhetische Entdeckungsreise.

Thälmannpark Poster von s.wert design

Ziel des Spaziergangs ist es, unsere Augen und Sinne für bisher unentdeckte Schönheiten zu öffnen. Um dies zu erreichen, fokussieren wir unsere Wahrnehmung an diesem Nachmittag auf elementaren Formen. Ich empfehle allen Teilnehmern, ihre Eindrücke mit Fotoapparaten oder Skizzenblöcken aufzunehmen, um diese später weiter bearbeiten zu können. Im Anschluss an unseren Rundgang sind alle herzlich eingeladen, die Installation der Künstler des Czentrifuga Kollektivs anzusehen, die ihre Sicht des Thälmannparks in Form von Siebdrucken präsentieren. Für den Denkmaltag hat sich die “Czentrifuga” mit zwei Werkstätten des Netzwerkes zusammengetan: “MehrSiebdruck” im Wedding und “Jott P.M.” in Weißensee.

Rechteckige Formen in Ernst Thälmannpark

Wir beginnen mit dem Rechteck: Das Rechteck ist die meistgebrauchte Form in der Architektur und scheint auf den ersten Blick auch im Thälmannpark zu dominieren. Bei der genaueren Betrachtung der Fassaden im Thälmannpark stellen wir fest, dass hier Rechtecke im Quer-und Hochformat und Quadrate zu sehen sind. Man könnte sagen, dass es sich bei den Fassaden um industrielle Muster handelt. Ob man diese als schön oder gleichförmig und monoton bewertet, liegt im Auge des Betrachters.

Geometische Formen auf dem Spielplatz Ella Kay Strasse

Geometische Formen auf dem Spielplatz Ella Kay Strasse

Geometrische Formen: Schon während wir uns durch den Thälmannpark bewegen fällt auf, dass die Plattenbauten hier nicht in geraden Reihen stehen, also dem Prinzip von Rechteck und Quadrat folgen, sondern locker im Park arrangiert sind. Vor-und Rücksprünge und geometrische Anordnungen schaffen besondere Blickbeziehungen. Das wird besonders deutlich, wenn man den Grundriss des Thälmannparks betrachtet. Auch bei den Gebäuden fallen uns besondere geometrische Formen bei den Loggien, Balkonen und bei den öffentlichen Gebäuden auf.

Bei den Tischtennisplatten an der Ella-Kay-Strasse finden wir ein ganz besonderes Element: eine Mauer aus Betonformsteinelementen von Karl-Heinz Adler und Friedrich Kracht.

Die Dresdner Maler und Grafiker entwickelten in den 1960er bis 1980er Jahren serielle, unterschiedlich zusammensetzbare ornamentale Betonelemente als Kunst am Bau. Die gestalterische Idee dahinter war, aus einer begrenzten Anzahl an Formen eine große Variantenvielfalt zu erreichen. Durch Reihung, Drehung oder Spiegelung konnten so verschiedene visuelle Eindrücke erreicht werden.

Frei Formen auf dem Sternenspielplatz von teffi Bluhm

Freie Formen auf dem Sternenspielplatz von Steffi Bluhm

Freie Formen: Man könnte statt freier Formen auch Naturformen oder organische Formen sagen. Im Thälmannpark ist das Verhältnis von geometrischen und Naturformen harmonisch. Von Bewohnern wird der Thälmannpark vor allem wegen seiner Lage im Park geschätzt. Es müssen mittlerweile mehr als 4000 Bäume sein, die für diese hohe Wohnqualität sorgen, denn als der Thälmannpark gebaut wurde, wurde für jeden der Bewohner ein Baum gepflanzt. Wikipedia definiert Harmonie (aus dem altgriechischen) als Vereinigung von Entgegengesetztem zu einem Ganzen. Bezogen auf unsere Wahrnehmung bedeutet das, dass wir gut aufeinander abgestimmte Gegensätze brauchen, um das Zusammenspiel der einzelnen Formen als harmonisch und nicht monoton wahrzunehmen.

Auch auf dem Sternenspielplatz in Richtung Planetarium finden wir keine gereihten Rechtecke – die farbenfrohen, dreidimensionalen Mosaike der Künstlerin Steffi Bluhm stellen Sterne, Boote und Figuren dar. Die freien Formen unterliegen im Gegensatz zu den geometrischen Formen keinen geometrischen Gesetzen und appellieren eher an das Gefühl.

Das kugelförmige Planetarium an der Prenzlauer Allee

Das kugelförmige Planetarium an der Prenzlauer Allee

Der Kreis ist eine vollkommene Form. Alle Symmetrieachsen laufen durch den Mittelpunkt, alle Durchmesser sind gleich lang, er hat keine Ecken und Kanten. Neben seiner Bedeutung als Symbol für Vollendung steht der Kreis auch für das Abgeschlossene und in sich Ruhende. Im Thälmannpark finden wir diese Form am auffälligsten beim Planetarium.

Oberflächenstruktur auf der Kuppel des Planetariums

Oberflächenstruktur auf der Kuppel des Planetariums

Die Betrachtung der Linien und Strukturen führt uns zurück zur ersten Grundform, die wir auf unserer visuellen Entdeckungsreise betrachtet haben, den Rechtecken. Bei näherer Betrachtung der Kuppel des Planetariums stellen wir fest, dass die äussere Gebäudehülle aus gebogenen Rechtecken besteht. Die Fugen bilden eine Oberflächenstruktur, ein Muster. Auch der Blick zum Boden zeigt uns verschiedene Strukturen und Linien. Alle architektonischen Strukturen sind aus wiederholten geometrischen Formen zusammengesetzt.

Thälmannpark Poster von s.wert design

Samstag 12.September
11:00 bis 19:00Uhr. Große Wiese hinterm Denkmal: DruckAmDenkmal.
Workshop, Ausstellung JEKAMI mit dem Siebdruckkollektiv Czentrifuga
17:00Uhr Ausstellungseröffnungsgong 1 mit Fototermin, parallel Anwohnerflohmarkt.
Sonntag 13.September
11:00 bis 19:00Uhr. Große Wiese hinterm Denkmal: DruckAmDenkmal
Siebdruckkollektiv Czentrifuga
15:00Uhr: Führung: “Eine visuelle Entdeckungsreise durch den Thälmannpark”
16:00Uhr live Musik “The Shna”

Adam + ELLE

Hier die Bilder zum Setdesign +bau von Volkson für ELLE. Das war eine Menge Arbeit in kurzer Zeit. Chapeau! Creative Director Kerstin Schneider inszenierte für die März Ausgabe der ELLE verschiedene Opel Adam Modelle und aktuelle Modetrends. Auf der ELLE Seite gibt es auch das Making of als Film zu sehen.

Creative Director: Kerstin Schneider
Fotograf: Gregor Hohenberg
Model: Katrin Thormann
Haare + Make-up: Gregor Makris
Set-Design + Realisierung: VOLKSON.berlin + Bernhard Siegl


Anders Bunkern….Zivilschutzräume in der Schweiz

Vor kurzem erzählte ich einer Freundin von einem Projekt, das schon ein bisschen läger her ist und sie meinte, ich solle es unbedingt online stellen….here  we go…

2006 bin ich mit der Fotografin Simone Krack durch die Schweiz gereist und wir sind der Frage nachgegangen, wie eigentlich die vielen Bunker in der Schweiz genutzt werden. In der Schweiz ist es nämlich gesetzlich vorgeschrieben, dass jeder Neubau einen Zivilschutzraum enthalten sollte. Zum Zeitpunkt meiner Recherchen gab es ca. solcher 270’000 Personenschutzräume. Die Fotodokumentation zeigt, wie vielfältig diese grosse Anzahl an leeren Räumen in Friedenszeiten  zwischen- oder umgenutzt wird.

Brauerei in Sugiez

Laut Gesetz muss jeder zwischengenutzte Schutzraum innerhalb von 24 Stunden wieder in seiner ursprünglichen Form nutzbar sein. Schaut man den  von F.Haldemann zur Brauerei mit Probierbar ausgebauten Schutzraum an – kann man sich kaum vorstellen, dass das möglich wäre. Eine Bierprobe überzeugte den örtlichen Zivischutzbeauftragten von den Vorzügen der Brauerei im Bunker, so dass der Genehmigung zur Zwischennutzung nichts im Wege stand

Modelleisenbahner in FlawilÜbernachtung für Wandergruppen in Ligerz

Sportraum in GuntershausenJugendclub

Dass Jugendclubs sich solche fensterlosen Räume aneignen ist nicht überraschend, auch nicht, dass die Frauen von Guntershausen den unter dem Schulgebäude gelegenen Schutzraum seit Jahren als Kinderkleiderbörse nutzen. Dass es aber auch einen unterirdischen Seniorentreff gibt, in dem sich allwöchentlich ältere Menschen zum Kaffee unter mit Spitzen verhängten Entlüftungsrohren treffen war erstaunlich.

Bandproberaum in Basel

Seniorentreff in Möhlin

JugendclubKinderleiderbörse in Guntershausen

Berliner Kirmes gestern und heute

Während der 1969 eröffnete DDR-Vergnügungspark Plänterwald gemächlich vor sich hingammelt, entsteht in Berlin Mitte eine Event-Location nach der nächsten. Der Spreepark Plänterwald war der einzige ständige Vergnügungspark der DDR und nach der Wende auch der einzige des wiedervereinigten Berlins. Zwar kann man heute Führungen durch den fast vergessenen Spreepark buchen, aber wer hat da schon Zeit dafür, bei all den gesponserten Attraktionen, die die Stadt bietet – vom Barbiehaus bis zum Olympus OM-D: Photography Playground? Wir sind ja nicht nostalgisch, sondern ganz pragmatisch und so hat es sich ergeben, dass wir uns mit Plänterwald-Shirt auf dem Kunst-Spielplatz ausgetobt haben.

Star: Plänterwald Setting: starstyling

Star: Plänterwald Setting: starstyling

Rauminstallation von Jeongmoon Choi – Drawing in Space

Star: Plänterwald, Setting:  Jeongmoon Choi

Ach…die Plänterwald-Shirts gibt es natürlich bei uns im s.wert Onlineshop.

Pecha Kucha: D.O.G.

Heute abend (Dienstag, 13. September · 19:30 – 23:30) stehen Eve und ich bei  Pecha Kucha Berlin auf der Bühne: im Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Strasse 133

Hier die Sprecherliste:

Diez B. Roggisch – Raketen: neue Wege der Völkerverständigung
Bodo Niggemann – Der Alltags-Anankast
Monika Zangerle – Rotorenluftmusik
Edial Dekker – Gidsy
Reinhard Paulus – Briefkästen in Belgien – Kreativ vor der Tür!
René Michael Zulauf – Ich seh etwas, was Du nicht siehst
Eve Hurford – DOG – how dogs an dog owners resemble each other
Nils Thomsen – Pfeifen
Alf Ator – Ich kann in 6:40 Minuten die Welt erklären. Du nich.
Francisco Velazquez – Green light, molecular vibrations and -190 °C
Simon Faithfull
Schwester Cordula – über Arztromane

D.O.G. Beitrag zum Thema Promi, Mode, Hund

D.O.G. Beitrag zum Thema Promi, Mode, Hund

Bullet Boulevard von Jens KLoppmann

Bisweilen sind im Berliner Stadtbild noch Kriegsspuren in Form von Einschusslöchern an Hausfassaden zu sehen. Im Tagesspiegel vom letzten Sonntag schlug David Wagner in dem Artikel über die Oderberger Staße, vor, dass Denkmalschützer doch Abgüsse von Einschusslöchern nehmen sollten.

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es diese Abdrücke schon seit 2 Jahren gibt. Der Berliner Künstler Jens Kloppmann formte solche Einschusslöcher ab und  goss sie in Gips.

 Gipsabgüsse von Einschusslöchern, verschiedene Grössen, 2008Gipsabgüsse von Einschusslöchern, verschiedene Grössen, 2008

Buchstabenmuseum

Da ich heute das Protokoll zur Mitgliederversammlung des Buchstabenmuseums erhalten haben, möchte ich an dieser Stelle auf diesen unterstützenswerten Verein hinweisen.

Das Buchstabenmuseum wurde 2005 von Barbara Dechant und Anja Schulze gegründet und widmet sich seither der Bewahrung und Dokumentation von Buchstaben. Gesammelt werden Schriftzüge, Zeichen und Schilder aus dem öffentlichen Raum. Aufgrund des Aussterbens traditioneller Firmen, aber auch der grafischen Überarbeitung von Wortmarken, gehen regionale und historische Zeichen verloren. Das Buchstebenmuseum bewahrt und sammelt diese. Die Sammlung wächst stetig – im letzten Jahr wurde alle drei Wochen ein Objekt übernommen.

Nach Voranmeldung kann die Sammlung im Schaudepot in der Leipziger Strasse 49 in Berlin besichtigt werden.

Bilder von www.buchstabenmuseum.deBilder von www.buchstabenmuseum.de

Tapeland: Galerie Tiergarten

Fotos von Asmund Havsteen-MikkelsenFotos von Jesper Dyrehauge und Asmund Havsteen-Mikkelsen

Am Samstag hatte ich das grosse Vergnügen, an einer Aktion der Künstlergruppe Büro für UrbanPraktik teilzunehmen. Initiiert wurde das Ganze von Boris-Boll Johansen und Asmund Havsteen-Mikkelsen. Mit Unmengen von Klebeband und einer Menge Spass wurde in einer gemeinsamen Aktion Raum für die Galerie Tiergarten geschaffen – anschliessend wurde eine Tür hineingeschnitten und die Kunstwerke an den Innenwänden befestigt. Es wurden drei Preise vergeben – einer für das beste Kunstwerk, einer für das authentischste Künstleroutfit und einer für das passendste Bier. Ich habe einen Preis gewonnen und dafür auch einen schönen Pokal bekommen, den ich bald hier im Laden ausstellen werde. Welcher Preis es war, wird an dieser Stelle nicht verraten.

Augenhöhe – Harry Schnitger

Einladungskarte Ausstellung AugenhöheEinladungskarte Ausstellung Augenhöhe

Bis zum 25. Mai läuf sie noch – die Ausstellung  AUGENHÖHE – Portraits & Reportagen von Harry Schnitger. Man hätte also durchaus noch Zeit, sich die Bilder  des Berliner Fotografen anzusehen und eine visuelle Reise durch die Bezirke Neukölln, Wedding und Marzahn zu machen.

Nun kommt das Kleingedruckte – die Ausstellung ist im KuK  Kunst- und Kulturzentrum in Monschau – und das liegt in der Nähe von Aachen. Wer nicht ganz so weit reisen möchte, um Berlin und Berliner auf Augenhöhe zu betrachten, kann das auch bei uns im Laden tun. Es gibt nämlich einen Ausstellungskatalog mit einem Essay von Benjamin Paul und eben diesen Katalog haben wir seit gestern hier.

Schöne Steine sehen mit Friederike von Rauch

32xberlin Fotos von Friederike von Rauch32xberlin Fotos von Friederike von Rauch

Gestern war die Eröffnung der Ausstellung der Finalistinnen des sechsten Gabriele Münter Preises im Martin Gropius Bau. Die von mir hoch geschätzte Friederike von Rauch war dabei, aber ich habe es leider zeitlich nicht geschafft, mir ihre neusten Werke anzusehen. Die Ausstellung läuft zum Glück noch bis zu 13. Juni.

Das Thema der Berliner Fotografin Friederike von Rauch ist die Architektur. Ihre Bilder zeigen spezielle Orte und Bauten, dabei geht es ihr aber nicht um die Abbildung oder Dokumentation bestimmter Gebäudetypen, sondern um die Entdeckung besonderer räumliche Situationen und deren Stimmungen. Sie zeigt Perspektiven auf, die anderen verborgen bleiben und inszeniert sie zu geheimnisvollen Abstraktionen. So werden auch spröde Räume und wenig prominente Orte zu Kunstwerken.

Die Kamera von Friederike von Rauch lässt uns den Charme von Parkhäusern, Busbahnhöfen oder Industrieanlagen entdecken. Nackte Betonwände wirken auf den Aufnahmen unglaublich fein, schwere Steinplatten werden leicht, die Fugen sehen aus wie gezeichnet. Die Bilder von Friederike von Rauch laden ein, einen Moment innezuhalten und unsere Umwelt neu zu sehen.

Falls ich es doch nicht zur Ausstellung schaffen sollte, kann ich mich ja ganz nahe vor die Karten des Memo-Spiels 32xberlin – welches wir in unserem Laden haben – stellen und mir vorstellen, es handle sich um die großartigen Großformate, die ich mir leider nicht leisten kann.

Veröffentlichungen von Friederike von Rauch:

• neues museum
publisher: hatje cantz, 2009, isbn 978-3775723763
• sites
publisher: hatje cantz, 2007, isbn 978-3775720397
• 32xberlin
publisher: lucks+vonrauch, 2003, isbn 3-00-011437-8