urbane Vorhänge und Wände

Auf den Grafiken von s.wert ranken sich Straßenleuchten wie Blumen, Satellitenschüsseln werden spielerisch bunt in Szene gesetzt und was zunächst aussieht wie ein Karomotiv entpuppt sich als Fassade. Besonders in minimalistisch eingerichteten Räumen bringen diese urbanen-poetischen Prints das gewisse Etwas.

 

 

 

Oberleitungen Wanddekoration St. Oberholz Apartments

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Berlin by night Wanddekoration im Marx Club, Cafe Moskau

Berlin by night Wanddekoration im Marx Club, Cafe Moskau

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Bauhaus, Farbe und Mode

Zitronengelb, Rostrot, Karminrot, Ultramarinblau und Himmelbau – das sind die farblichen Zutaten, aus denen wir den Stoff „Meisterhäuser“ komponiert haben. Inspiriert dazu hat uns der Blick ins Innere der Meisterhäuser in der Bauhausstadt Dessau. Besonders angetan hat es uns das Haus Kandinsky /Klee. In dem Doppelhaus kontrastiert eine üppige, bunte Farbkomposition mit der reduzierten Form des Hauses. Die Farbgestaltung wurde 1926 in der Bauhaus-Werkstatt für Wandmalerei unter Leitung von Hinnerk Scheper entwickelt, es heißt, dass Paul Klee und Wassily Kandinsky die Gestaltung massgeblich beeinflusst haben.

Bauhaus Farben auf Shirt und Rock

Ein Blick in das Treppenhaus des Meisterhauses auf Shirt und Rock

1919 – wenige Monate nach dem Ende des ersten Weltkriegs war nicht vorherzusehen, dass das im April 1919 gegründete „Staatliche Bauhaus in Weimar“ bis heute weltweit prägend für Kunst, Design, Architektur und Städtebau werden würde. Das Bauhaus bestand 14 Jahre, bis es 1933 unter dem Druck der Nationalsozialisten aufgelöst wurde. Die Bauhaus Ideen wanderten mit den vertriebenen Meistern und Schülern in die Welt – Funktionalismus, Klassische Moderne, Neue Sachlichkeit, Internationaler Stil, Neues Bauen – das sind die Begriffe, unter denen die Arbeiten der Bauhäusler heute eingeordnet werden.

In den Bauhaus Ateliers entstanden Alltagsgegenstände – vom Geschirr über das Möbel bis hin zum Haus. Kleidung sucht man vergeblich, obwohl sich heute immer wieder Modedesigner auf das Bauhaus beziehen. In der Weberei, die 1919 auf Initiative von Gunta Stölzl entstand, und in der hauptsächlich Frauen arbeiteten, entstanden zwar Dekorations-und Möbelstoffe aber keine Bekleidungsstoffe.

Ein Blick in das Treppenhaus des Meisterhauses auf Shirt und Rock

Ein Blick in das Treppenhaus des Meisterhauses auf Shirt und Rock

1925 zog das Bauhaus nach Dessau. Dort entstanden nach Plänen von Walter Gropius Musterhäuser für neues Arbeiten und Wohnen – das Bauhausgebäude als Schulgebäude, das Atelierhaus mit Wohnateliers für die Studenten und die Meisterhäuser als Wohngebäude für die Meister und Direktoren. In den Meisterhäusern lebten der Gründer Walter Gropius, später seine Nachfolger Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe und die Meister Lyonel Feininger, László Moholy-Nagy, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Georg Muche und Oskar Schlemmer.

Im Krieg wurden die Gebäude durch einen Bombenangriff zerstört und beschädigt. Die Meisterhäuser wurden nach dem Krieg notdürftig instand gesetzt und erst nach der Wiedervereinigung 1989 in den Originalzustand zurückgebaut. Das Hauptgebäude wurde schon in den 70er Jahren in der DDR denkmalgerecht rekonstruiert. 1996 wurden die Bauhausgebäude in Dessau und Weimar in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Heute ist das Bauhausgebäude Sitz der Stiftung Bauhaus Dessau. Seit 2014 sind nun auch die Meisterhäuser Gropius und Moholy-Nagy rekonstruiert, verantwortlich für die Rekonstruktion war das Berliner Architekturbüro Bruno Fioretti Marquez. Dabei war der Spagat zwischen Würdigung der architektonischen Vergangenheit unter Einbeziehung der Gegenwart zu schaffen.

Alles andere wäre nicht im Sinne des Bauhaus Gründers Walter Gropius gewesen. Denn mit dem Bauhaus wollte er keinen „Bauhaus-Stil“ schaffen, sondern eine neue Art zu denken und zu leben, eine Verknüpfung von Kunst, Handwerk und zeitgemässen Herstellungsprozessen. Besonders der Begriff “Stil” missfiel den Bauhäuslern, sie befürchteten, dass ihre Ideen damit zur Mode, zur temporäre Erscheinung abgewertet würden und der inhaltslosen Kommerzialisierung ihrer Arbeit Tür und Tor geöffnet wäre.

Was Gropius wohl dazu sagen würde, dass heute mit dem Etikett „Bauhaus-Stil“ Fertighäuser vermaktet werden und dass die Baumarktkette “Bauhaus” streng über die Wahrung  ihrer Markenrechte wacht?

 

Tuch Meisterhaus - Bauhausstadt Dessau

Tuch Meisterhaus – Haus Kandisky /Klee in der Bauhausstadt Dessau

Tuch Meisterhaus - Bauhausstadt Dessau

Tuch Meisterhaus Kandisky / Klee in der Bauhausstadt Dessau

ICC -Sanieren, abreißen oder anders nutzen?

Das 1979, nach 4 Jahren Bauzeit, von den Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler­Witte entworfene und gebaute Internationale Congress Centrum Berlin (ICC Berlin) im Ortsteil Westend des Berliner Bezirks Charlottenburg­Wilmersdorf ist, bzw. war, eines der größten Kongresshäuser der Welt. 320 Meter lang, 80 Meter breit und 40 Meter hoch, liegt das imposante Gebäude wie ein Raumschiff, umgeben von der Berliner Stadtautobahn im Ortsteil Westend des Berliner Bezirks Charlottenburg­Wilmersdorf .

„Raumschiff“ oder „Panzerkreuzer Protzki“ nannten es die Berliner liebevoll. Als eines der wenigen Vertreter der sogenannten Space Age Architektur oder auch High Tech Architektur mit seiner futuristischen Ästhetik kommt dieser Bau für einen Eintrag in die Denkmalliste in Frage. Das Bauwerk mit seinen rund 80 Sälen, langen, etwas düsteren Fluren und Teppichen mit endlosen Reihen aus untertassengroßen Kreisen in hellgrau, dunkelgrau, hellgrauem 70er Jahre Mustern,versprühen noch heute einen äusserst charmanten Retro­Charme. Aus vorbei.

Am 9. April 2014 fand die letzte Veranstaltung im Berliner ICC statt und bis heute hat das Land Berlin als Eigentümer kein Idee, wie mit dem leerstehenden Gebäude umzugehen ist. Ein Abriss ist fast unmöglich, ein Umbau schwierig. Aber auch das verwaiste Gebäude kostet Berlin Geld. Was soll mit dem ICC, dem seit einem Jahr geschlossenen Kongresszentrum, also geschehen? Sanieren, abreißen oder anders nutzen?

Dazu gibt mittlerweile zwei, von unterschiedlichen Senats in Auftrag gegebene Gutachten, die zu entgegengesetzten Schlüssen kommen. Das Wirtschaftsressort hielt eine Einzelhandelsnutzung im Blick auf Rentabilität und Sanierungskosten für die günstigste Lösung. Das für Stadtentwicklung zuständige Haus schließt aber ein Shoppingcenter wegen seiner negativen Auswirkungen auf die Einkaufs­ und Handelsströme in der weiteren Umgebung grundsätzlich aus. Ein Dilemma. Andererseits ist das neu eröffnete Kongressgebäude der Messe Berlin, der sogenannte City Cube, einfach zu klein, um die großen Kongresse zu beherbergen. Ein Verlustgeschäft.

So sieht also der neue Stadtentwicklungssenator das ICC nach einer Sanierung wieder als Kongresszentrum, das sich positiv auf die langfristige Entwicklung des Kongressgeschäfts auswirkt. Dem schließen wir uns gerne an. Das Internationale Kongresszentrum als Kongresszentrum. Das hat was!

Aus Begeisterung für das ICC haben wir von s.wert im in den letzten Jahren verschiedene Produkte gestaltet. Zum ersten Mal taucht das ICC 2004 auf dem Geschenkpapier “Berlin- 70er Jahre” auf, das mit dem Form Preis des Bundesverbands Kunsthandwerk e.V ausgezeichnet wurde. 2009 entstand unter dem Label Stadtkluft in Zusammenarbeit mit Claudine Brignot ein Strickpullover, auf dem der grossen Saal zu sehen war. 2012 widmeten wir unseren jährlich erscheinenden Wandkalender komplett dem ICC. Auf 12 Siebdruckgrafiken sind verschiedene Persepktiven des ICCs dargestellt . Dieses Jahr gibt es – dank der beharrlichen Nachfrage unserer Kunden, das ICC als Kissen.

ICC-7

An das Foyer schließt der Hauptkorridor an, der wie eine Straße längs durch das gesamte Gebäude verläuft, Konferenz-räume und Verbindungswege zweigen von ihm ab. Das Informations- und Leitsystem leitet die Besucher durch die Terminals zu Gangways und Rolltreppen

ICC-4

Das ICC befindet sich im Zentrum eines der stärksten frequentierten Verkehrs-knotenpunkte Berlins. Daneben befindet sich der AVUS Beobachtungsturm (1935/36 W.Bettenstaedt / F.Wilms), der heute als Hotel betrieben wird.

ICC-5

In Abstimmung mit den Architekten gestaltete der Bildhauer Frank Oehring eine durch drei Geschosse reichende Lichtplastik im Mittelfoyer. Die Skulptur symbolisiert durch leuchtende Leitlinien das Nervensystem der Technik.

ICC-6

Um Lärm und Vibrationen der Autobahn draußen zu halten wurde das ICC als Haus-im-Haus- Konstruktion gebaut. Der Innenbau ruht – unabhängig vom Außenbau – auf 26 Stahlbetonstützen, darüber ist die silbern eloxierte Aluminiumhülle gestülpt.

 

Das ICC Berlin ist es mit einer eigenen Polizeiwache mit Arrestzellen aus-gestattet, sie befindet sich im Unter-geschoss des Parkhauses am Süd-eingang des Gebäudes. Die Wache ist nur zu Großveranstaltungen besetzt.

Das ICC Berlin ist es mit einer eigenen Polizeiwache mit Arrestzellen aus-gestattet, sie befindet sich im Unter-geschoss des Parkhauses am Süd-eingang des Gebäudes. Die Wache ist nur zu Großveranstaltungen besetzt.

 

 

 

ICC Kissen Fachwerk

ICC Pullover gestrickt

ICC Pullover gestrickt